Fakten statt Nebelkerzen
Herr Plass nennt mich in seinem Leserbrief namentlich und hinterfragt meine Nähe zum Alterszentrum. Dazu stehe ich offen: Ich engagiere mich im Komitee Pro Turm-Matt, gerade weil ich das Alterszentrum und seinen Alltag aus nächster Nähe kenne. Diese Erfahrung zeigt mir, wo die heutige Infrastruktur an ihre Grenzen stösst. Im Zentrum der Diskussion sollten jedoch nicht einzelne Personen stehen, sondern die Fakten und die Qualität der Argumente. Für den Standort Turm-Matt liegt ein weit fortgeschrittenes Projekt auf gemeindeeigenem Land vor. Für Hergisroos gibt es hingegen lediglich eine unverbindliche Absichtserklärung für einen Landverkauf. Ein gekauftes Grundstück bleibt zwar ein Vermögenswert. Es muss trotzdem finanziert, umgezont und erschlossen werden. Danach müsste das Alterszentrum von Grund auf neu geplant, politisch beschlossen und bewilligt werden. Ein Grundstück allein schafft noch keinen Pflegeplatz. Über den Begriff «Pflegenotstand» kann man streiten. Über den Bedarf an zusätzlichen Pflegeplätzen nicht. Wollerau verfügt heute über 46 Plätze. Die kantonale Planung zeigt bereits für die kommenden Jahre eine wachsende Lücke. Genau deshalb hat die Standortfrage direkt mit der Pflegeversorgung zu tun: Sie entscheidet darüber, wann neue Plätze bereitstehen. Für Turm-Matt ist der Bezug des neuen Pflegezentrums im Jahr 2031 vorgesehen. Bei Hergisroos ist hingegen offen, ob und wann dort gebaut werden könnte. Auch die Frage nach dem Schutz
der Bewohnerinnen und Bewohner während der Bauzeit ist berechtigt. Das Projekt sieht eine klare Reihenfolge vor: Zuerst entsteht das neue Pflegezentrum auf dem Areal der heutigen Alterswohnungen. Nach dem Umzug wird das alte Pflegeheim abgebrochen. Für die Bauphase wird ein detailliertes Baustellen- und Verkehrskonzept erarbeitet. Darin müssen Schutzmassnahmen gegen Staub, Lärm, Erschütterungen und Baustellenverkehr verbindlich geregelt werden. Fakten statt Nebelkerzen bedeutet für mich: Heute steht einem weit fortgeschrittenen Projekt eine Standortidee mit vielen offenen Fragen gegenüber. Auf dieser Grundlage sollte Wollerau entscheiden. Sandra Frei, Wollerau