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Realistische Lösungen statt blosser Visionen

Die Gegnerschaft des Projekts Turm Matt fordert Fakten. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Umso wichtiger ist es, bei der Diskussion über das neue Alterszentrum in Wollerau zwischen dem konkreten Projekt Alterszentrum Turm-Matt und der alternativen Standortidee Hergisroos zu unterscheiden. Am Standort Turm-Matt liegt ein weit fortgeschrittenes Projekt auf gemeinde eigenem Land vor. Der Bezug des neuen Pflegezentrums ist für 2031 vorgesehen. Hergisroos befindet sich dagegen noch ganz am Anfang. Dort gibt es derzeit lediglich eine unverbindliche Absichtserklärung für einen möglichen Landverkauf. Das ist keine Nebensächlichkeit: Mit einem Grundstück allein entsteht noch kein Alterszentrum. Das Projekt müsste finanziert, das Grundstück umgezont und erschlossen werden. Danach wären Planung, politische Entscheide und Bewilligungsverfahren notwendig. Erst dann könnte gebaut werden. Wie viel Zeit dies alles beanspruchen würde, ist heute nicht absehbar. Das musste seinerzeit auch die Bauherrschaft des Wohnparks Hergisroos erfahren: Sie musste sich jahrelang gedulden, bevor sie schliesslich mit den Bauarbeiten beginnen konnte. Auch bei der Angstmacherei bezüglich möglicher Bauimmissionen ist eine sachliche Betrachtung an gebracht. Pflegezentren und Spitäler werden regelmässig an bestehen den Standorten umgebaut oder etappenweise neu erstellt, ohne den Betrieb vollständig einzustellen. Selbstverständlich ist dabei grösste Sorgfalt geboten, um Belastungen durch Staub, Lärm, Erschütterungen und Baustellenverkehr möglichst gering zu halten. Auch die Nähe einzelner Mitglieder des Komitees zum Alterszentrum Turm-Matt wird kritisiert. Entscheidend ist jedoch nicht die Nähe zum bestehenden Betrieb, sondern das da raus gewonnene Wissen: Wer den Betrieb aus dem Alltag kennt, weiss auch, welche Anforderungen an die Infrastruktur eines modernen Pflegezentrums gestellt werden müssen. Im Vergleich dazu ist die Projektgruppe «Wollerau Vision 2035» aus der Interessengruppe IG «DeO» (Dorfentlastung Ost) hervorgegangen und macht sich nun zusätzlich für die Alternativvariante Hergisroos stark, trotz deren substanzieller Nachteile und der ungewissen Bauzeit. Dass es dieser Gruppierung dabei ausschliesslich um die sachlich beste Lösung geht, darf allerdings bezweifelt werden. Die Vermutung liegt nahe, dass mit der Vision Hergisroos auch verhindert werden soll, dass bei einer allfälligen Kombination von Turm-Matt und DeO Kompromisse seitens «DeO» notwendig würden. Kurt Baumgart, Wollerau

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