Wird aus der Vision 2035 eine Vision 2045?
Das Projekt Alterszentrum Turm-Matt ist bereit: Es braucht nur noch ein Ja an der Urne und die Baubewilligung. Und beim Standort Hergisroos? Bei einem Nein am 29. November zum Ersatzneubau Turm-Matt ist ein kompletter Neustart nötig. Der Gemeinderat wird wohl zuerst eine Standortbestimmung vornehmen. Folgende Schritte stehen an:
Standortbestimmung mit Standortanalyse, circa 0.5 Jahr
Landkauf: Verhandlungen mit dem Grundeigentümer, ca. 2 Jahre (Urnenabstimmung)
Planungs- und Projektierungskredit, ca. 1.5 Jahre (Urnenabstimmung)
Umzonung des Landwirtschaftslandes in eine Zone für öffentliche Bauten, ca. 4 Jahre (Bedarfsnachweis, kantonale Vorprüfung, bäuerliches Bodenrecht, Fruchtfolgeflächen, öffentliche Auflage mit Einsprachemöglichkeiten, Urnenabstimmung, Regierungsratsbeschluss)
Architekturwettbewerb für ein neues Projekt, ca. 1 Jahr
Gestaltungsplan für Hergisroos und das Areal Alterszentrum, ca. 2 Jahre (kantonale Vorprüfung, öffentliche Auflage mit Einsprachemöglichkeiten, Regierungsratsbeschluss)
Bauprojekte für Gebäude und neue Zufahrtsstrasse, ca. 3 Jahre (Urnenabstimmung)
Bewilligungsverfahren (Baugesuch mit Einsprachemöglichkeiten), ca. 2 Jahre
Realisierung Strasse und Gebäude, ca. 2 Jahre.
Das bedeutet vier Urnenabstimmungen, an denen Hergisroos scheitern kann. Bei mehreren Schritten sind zudem Einsprachen möglich. Beim Projekt Turm-Matt besteht nur noch beim Baubewilligungsverfahren die Möglichkeit für Einsprachen. Mit Hergisroos zeichnet sich eine Verzögerung von mindestens zehn Jahren ab: Aus der Vision 2035 wird eine Vision 2045. Bereits ab 2030 fehlen in Wollerau rund 20 Pflegeplätze. In den Jahren danach steigt der Bedarf weiter an. Zehn Jahre Verzögerung kann sich Wollerau nicht leisten. Entscheiden wir uns für das ausgereifte Projekt Turm-Matt: mit 72 Pflegeplätzen, Bezug 2031 und 24 Alterswohnungen, Bezug 2034, gebaut nach neusten Standards und gemäss kantonalen Vorgaben. Voll mit dem ÖV, Bahn und Bus erschlossen, mitten im Dorf. Damit sichert Wollerau die Altersversorgung für die kommenden Jahrzehnte. Dominik Hug, Wollerau